Bei Neurodermitis ist die natürliche Hautbarriere gestört – die richtige Seife kann einen enormen Unterschied machen. Suchen Sie nach rückfettenden Seifen ohne Duftstoffe, mit hoher Überfettung (7-10%) und beruhigenden Inhaltsstoffen wie Olivenöl oder Nachtkerzenöl.
Menschen mit Neurodermitis kennen das Problem: Die Haut ist empfindlich, trocken und reagiert auf viele Pflegeprodukte mit Rötungen oder Juckreiz. Die Wahl der richtigen Seife kann einen enormen Unterschied machen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Seifen wirklich helfen.
Neurodermitis verstehen: Warum die richtige Reinigung so wichtig ist
Bei Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist die natürliche Hautbarriere gestört. Die Haut produziert weniger schützende Lipide, verliert schneller Feuchtigkeit, ist anfälliger für Reizstoffe und reagiert empfindlicher auf pH-Wert-Schwankungen.
Herkömmliche Seifen mit einem pH-Wert von 8-11 können diese ohnehin geschwächte Barriere zusätzlich belasten. Deshalb ist die Auswahl des richtigen Reinigungsprodukts entscheidend.
Diese Eigenschaften sollte eine Neurodermitis-Seife haben
Rückfettend
Gibt beim Waschen Feuchtigkeit und Lipide zurück. Überfettung von 7-10% ideal.
Frei von Reizstoffen
Kein Parfüm, keine Farbstoffe, keine Parabene, keine Sulfate, kein Alkohol.
pH-optimiert
Ideal sind pH-hautneutrale Produkte (pH 5,5) oder besonders milde Naturseifen.
Natürliche Inhaltsstoffe
Nachtkerzenöl, Sheabutter, Haferextrakt, Ziegenmilch oder Olivenöl.
Gesunde Haut regeneriert ihren pH-Wert nach dem Waschen innerhalb von 30-60 Minuten. Bei Neurodermitis dauert dies jedoch deutlich länger – ein Grund mehr, auf milde Produkte zu setzen!
Die besten Seifen-Typen bei Neurodermitis
| Seifentyp | Inhaltsstoffe | Geeignet für | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Aleppo-Seife (5-15%) | Olivenöl + Lorbeeröl | Leichte bis mittlere Neurodermitis | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Ziegenmilchseife | Ziegenmilch, natürliche Fette | Gesicht & Oberkörper | ⭐⭐⭐⭐ |
| Olivenölseife (Castile) | 100% Olivenöl | Babys, extreme Empfindlichkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Medizinische Spezialseifen | Nachtkerzenöl, angepasster pH | Schwere Neurodermitis | ⭐⭐⭐⭐ |
"Meine Neurodermitis an den Unterarmen wurde deutlich besser. Die kleinen Ekzeme sind verschwunden und bisher nicht wiedergekehrt." – Anwenderbericht zu Aleppo-Seife
Syndets als Alternative: Seifenfreie Reinigung
Syndets (synthetische Detergenzien) sind keine echten Seifen, sondern seifenfreie Waschstücke. Der pH-Wert kann exakt auf 5,5 eingestellt werden, sie schonen den Säureschutzmantel und sind oft mit zusätzlichen Pflegestoffen angereichert.
Für Menschen mit stark ausgeprägter Neurodermitis können Syndets die bessere Wahl sein. Naturseifenfans sollten jedoch bedenken: Syndets bestehen aus synthetischen Inhaltsstoffen.
Richtig waschen bei Neurodermitis: 7 goldene Regeln
Lauwarm statt heiß
Heißes Wasser entzieht der Haut wichtige Fette und verstärkt das Austrocknen.
Kurz statt lang
Duschen Sie maximal 5-10 Minuten. Je länger der Wasserkontakt, desto mehr quillt die Haut auf.
Sanft statt rubbeln
Haut nur abtupfen, niemals reiben. Ein weiches Handtuch schont die Haut zusätzlich.
Weniger ist mehr
Nicht täglich mit Seife waschen. Wasser allein reicht oft für die tägliche Reinigung.
Sofort eincremen
Innerhalb von 3 Minuten nach dem Abtrocknen eincremen – dann ist die Haut noch aufnahmefähig.
Richtige Seife wählen
Immer rückfettend und parfümfrei. Keine Experimente mit neuen Produkten im Schub.
Hände extra pflegen
Nach jedem Händewaschen eincremen – die Hände sind besonders beansprucht.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten
- Antibakterielle Seifen: Zu aggressiv, zerstören auch nützliche Hautflora
- Stark duftende Produkte: Duftstoffe sind häufige Allergieauslöser
- Peelings und Scrubs: Reizen und verletzen die ohnehin gereizte Haut
- Schaumbäder: Entfetten die Haut viel zu stark
- Häufiger Produktwechsel: Stresst die Haut und verhindert Gewöhnung
Unsere Top-Empfehlungen
Die richtige Seife macht den Unterschied
Die Umstellung auf eine geeignete Seife bei Neurodermitis erfordert Geduld. Geben Sie Ihrer Haut 4-8 Wochen Zeit, sich anzupassen. Führen Sie ein Hauttagebuch, um Verbesserungen zu dokumentieren.
Das Wichtigste: Hören Sie auf Ihre Haut! Was für andere funktioniert, muss nicht für Sie das Richtige sein. Bleiben Sie bei dem Produkt, das Ihre Haut beruhigt – auch wenn es etwas länger dauert, das richtige zu finden.