Seife selber machen liegt im Trend – und das aus gutem Grund. Sie bestimmen selbst, welche Inhaltsstoffe auf Ihre Haut kommen, vermeiden Plastikverpackungen und erschaffen individuelle Pflegeprodukte. Dieser umfassende Guide führt Sie Schritt für Schritt zur eigenen Naturseife.
Seife selber machen – Die Basics
- Methode 1: Rohseife schmelzen – perfekt für Anfänger & Kinder
- Methode 2: Klassisches Sieden mit Lauge – für Fortgeschrittene
- Reifezeit: 4-6 Wochen bei selbst gesiedeter Seife
- Kosten: Ca. 2-3€ pro Seifenstück bei Eigenherstellung
Warum Seife selber machen?
Volle Kontrolle
Sie wissen genau, was in Ihrer Seife ist – keine versteckten Inhaltsstoffe.
100% Natürlich
Keine synthetischen Zusätze, Konservierungsmittel oder Parfüm.
Individuell
Anpassung an Ihren Hauttyp, Duftvorlieben und Pflegebedürfnisse.
Nachhaltig
Zero Waste, plastikfrei und umweltfreundlich verpackt.
Die Grundlagen der Seifenherstellung
Seife entsteht durch eine chemische Reaktion: Fette + Lauge = Seife + Glycerin. Dieser Prozess nennt sich Verseifung. Die Lauge wird dabei vollständig neutralisiert – die fertige Seife ist hautfreundlich!
Die wichtigsten Fachbegriffe
| Begriff | Erklärung | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| NaOH | Natriumhydroxid (Natronlauge) | Macht feste Seife |
| Überfettung | Unverseifter Fettanteil (5-8%) | Macht Seife pflegend |
| Trace | Puddingartige Konsistenz | Zeigt: Verseifung läuft |
| Reifezeit | 4-6 Wochen Wartezeit | Seife wird milder |
Methode 1: Einfache Seife mit Rohseife
Diese Methode ist 100% sicher – keine ätzende Lauge nötig! Ideal auch zum Basteln mit Kindern oder als Geschenkidee.
- 500g Seifenflocken oder Glyzerinseife
- 2 EL Pflegeöl (Olivenöl, Mandelöl)
- 10-15 Tropfen ätherisches Öl
- Natürliche Zusätze (Haferflocken, Blüten)
- Silikonformen
- Topf für Wasserbad
Anleitung in 6 Schritten
- Schmelzen: Seifenflocken im Wasserbad bei niedriger Hitze langsam schmelzen lassen.
- Öl einrühren: Topf vom Herd nehmen und Pflegeöl gleichmäßig unterrühren.
- Beduften: Ätherisches Öl und gewünschte Zusätze (Blüten, Haferflocken) hinzufügen.
- Formen füllen: Masse zügig in Silikonformen gießen – sie härtet schnell aus!
- Aushärten: Mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur ruhen lassen.
- Entformen: Vorsichtig aus der Form lösen – fertig ist Ihre erste Seife!
Methode 2: Klassisches Seifensieden
Beim Arbeiten mit Natronlauge (NaOH) ist Schutzausrüstung Pflicht: Schutzbrille, lange Gummihandschuhe, langärmlige Kleidung und gut belüfteter Arbeitsplatz. Die Lauge wird bis zu 90°C heiß und entwickelt ätzende Dämpfe!
- 250g Olivenöl (pflegt, milder Schaum)
- 250g Kokosöl (Schaum, Härte)
- 250g Sheabutter (Pflege, Härte)
- 250g Rapsöl (mild, günstig)
- 138g NaOH (Natronlauge)
- 300g destilliertes Wasser
Die 4 Phasen des Seifensiedens
- Lauge anrühren: NaOH langsam ins kalte Wasser geben (NIE umgekehrt!). Bei offenem Fenster arbeiten. Auf 40°C abkühlen lassen.
- Fette schmelzen: Kokosöl und Sheabutter schmelzen, flüssige Öle hinzufügen. Ebenfalls auf ca. 40°C temperieren.
- Verseifung: Lauge durch Sieb in die Fette gießen. Mit Stabmixer 2-5 Min. pürieren bis "Trace" erreicht ist (puddingartige Konsistenz).
- Formen & Reifen: In Form gießen, 24-48h ruhen, dann schneiden. 4-6 Wochen an luftigem Ort reifen lassen.
Die besten Öle für Ihre Seife
Olivenöl
Der Klassiker: Sehr mild, feuchtigkeitsspendend. Ideal für Babyseifen. Wenig Schaum.
Kokosöl
Der Schaumkönig: Üppiger Schaum, macht Seife hart. Max. 25-30% verwenden!
Rizinusöl
Der Booster: 5-10% für cremigen Schaum. Macht Seife durchsichtiger.
Sheabutter
Die Luxuspflege: Reichhaltig, rückfettend. Perfekt für Winterseifen.
Natürliche Düfte und Zusätze
| Stimmung | Ätherische Öle | Dosierung |
|---|---|---|
| 🧘 Entspannend | Lavendel, Bergamotte, Ylang-Ylang | 3-4% der Fettmenge |
| 🌊 Erfrischend | Pfefferminze, Zitrone, Eukalyptus | 3-4% der Fettmenge |
| 🔥 Wärmend | Orange, Zimt, Nelke | 2-3% der Fettmenge |
Peeling: Haferflocken, Mohn, gemahlene Mandeln • Pflege: Honig, Milch, Aloe Vera • Dekoration: Getrocknete Blüten, Kräuter • Farbe: Tonerde, Kakao, Spirulina
Häufige Fehler vermeiden
Fazit
Seife selber machen lohnt sich!
Mit etwas Übung und den richtigen Sicherheitsvorkehrungen ist Seifensieden ein wunderbar kreatives und nachhaltiges Hobby.
Unser Tipp: Beginnen Sie mit der einfachen Rohseifenmethode. Wenn Sie sicher sind, wagen Sie sich an das klassische Sieden – Ihre Haut wird es Ihnen danken!